Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Pädagogik bei Beeinträchtigungen der körperlich-motorischen Entwicklung

Aktuelles

Hier finden Sie Aktuelles aus dem ReWiKs-Projekt.

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Oktober 2021

Die Stiftung Leben pur hat ein auf 12 Monate angelegtes Stipendium für wissenschaftliche Qualifizierungsarbeiten ausgeschrieben. Bewerbungen sind bis 15.02.2022 möglich. Weitere Informationen finden Sie unter folgender Adresse: https://www.stiftung-leben-pur.de/preise-stipendien/preise-und-stipendien-leben-pur.html#c8543

Aus Sicht des Projekts ReWiKs befürworten wir diese Ausschreibung und möchten Studierende ermutigen, sich dafür zu bewerben. Rückfragen können Studierende gern an Prof. Dr. Sven Jennessen richten.

 

September 2021

Seit Juni 2021 gehört Svenja Steinke zu den Freiraum-Begleiter*innen im Freiraum-Team. Sie wird ab November 2021 eine Freiraum-Gruppe im Nachbarschaftszentrum Pankow begleiten. Im Interview erzählt sie uns über Ihre Erfahrungen mit der persönlichen Assistenz und was für sie sexuelle Selbstbestimmung bedeutet.

In Zusammenarbeit mit Interselbst e.V., Aktion Mensch und Sight+Sound, Creative House Berlin hat sie einen Film über ihre Erfahrungen mit dem Persönlichen Budget gedreht, der über diesen Link abgerufen werden kann.

https://youtu.be/9oIbH6O9O0U

 

Welcher Unterschied besteht für Dich zwischen Betreuung und Assistenz?

Der Unterschied zwischen Persönliche Assistenz und Betreuung besteht für mich im Allgemeinen in der Frage: wie selbstbestimmt ich mein Leben führen kann? Die Assistenz ersetzt für mich in erster Linie „Arme und Beine“, also ich alleine treffe alle Entscheidungen in meinem Alltag und Leben selbstbestimmt.

Eigentlich ist also der Unterschied klar definiert, aber trotzdem gibt es in alltäglichen Assistenzsituationen immer wieder Momente, wo die Grenzen verschwimmen – wir sind halt alle keine Maschinen, sondern nur Menschen.

Ich versuche z.B. darauf zu achten, dass bei privaten Angelegenheiten, wenn ich bspw. Besuch habe oder telefoniere, die Assistenz den Raum oder die Wohnung verlässt. Die Assistenz ist in Situationen, bei denen ich die Assistenz nicht benötige auch nicht dabei.

Was ist für Dich wichtig bei der Suche nach einer passenden Assistenz?

Die Bewerber*innen müssen in erster Linie ein offenes Auftreten haben und eine ordentliche Portion Empathie mitbringen. Wichtig ist, dass sie auf meine Bedürfnisse eingehen können, aber auch ein Gespür dafür haben, wann es angebracht ist, sich zurückzuziehen.

Grundlegend ist für mich aber die Fähigkeit, Situationen zu reflektieren und die Bereitschaft darüber zu sprechen.

Wie kann ich mir die Reflexion mit den Assistent*innen vorstellen?

Gerade die neuen Assistent*innen, die bei mir anfangen, haben ein halbes Jahr Probezeit. Ich habe für mich Reflexionsbögen entwickelt, die ich dann jeden Monat mit den neuen Assistent*innen durchgehe. In den Reflexionsgesprächen entscheiden wir am Ende der Probezeit gemeinsam, ob die Assistent*in und ich uns die Zusammenarbeit vorstellen können.

Du bist im ReWiKs-Projekt eine unserer Freiraum-Begleiter*innen, was bedeutet für dich sexuelle Selbstbestimmung?

Bei sexueller Selbstbestimmung geht es für mich in erster Linie darum zu wissen, wer ich bin, was ich mag und was ich mir wünsche.

Sexuelle Selbstbestimmung fängt für mich auch schon bei den Fragen an: Welche Sexualität habe ich? Was bin ich eigentlich? Bin ich schwul, lesbisch, transsexuell, queer? Habe ich vielleicht auch mein Geschlecht gar nicht definiert?

Um die eigenen sexuellen Bedürfnisse zu definieren ist es erstmal wichtig zu wissen, was man mag – was sich leichter anhört, als es in der Realität tatsächlich ist. Ich muss also meinen Körper gut kennen, um meine Vorlieben zu kennen und sie auch ausleben zu können. Ich muss mich auch fragen, wie und wo ich meine Sexualität auslebe, also ob ich meine Sexualität mit anderen, in einer Partnerschaft, oder alleine leben möchte.

Ich lebe mit Assistenz und die Assistenz bekommt ja zwangsläufig viel aus meinem Leben mit. Ich kann mich weder allein ausziehen, noch Vorbereitungen treffen. Weil ich eben mehr Unterstützung brauche als Menschen ohne Behinderung, bin ich in meiner Sexualität mehr eingeschränkt.

„Ach Behinderte haben Sex?“ Ist meiner Erfahrung nach die erste Reaktion in der Gesellschaft. Darauf folgt meist: Wie soll das gehen, wie willst DU denn SEX haben? Also muss man den Leuten erklären, dass das sehr wohl geht, anatomisch nicht anders funktioniert, es einfach mehr Vorbereitung und Unterstützung bei bestimmten Dingen bedarf, dass man ansonsten aber ein ganz normaler Mensch ist.

(KPr, SSt)

 

 

August 2021

Updates aus dem Freiraum-Team und den Freiraum-Gruppen

Aus dem Freiraum-Team verabschiedet sich unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Lena Grans-Wermers in die Elternzeit. Das ReWiKs-Team wünscht alles Gute und Liebe und freut sich auf ein Wiedersehen!

Gleichzeitig begrüßt das ReWiKs-Team an anderer Stelle zwei neue Freiraum-Begleiterinnen für die Region Berlin, die sich gemeinsam mit den ReWiKs-Mitarbeiter*innen momentan in der Vorbereitung und Planung der Freiraum-Gruppe befinden.

Aufgrund der bisherigen COVID-Einschränkungen, konnten die bereits geplanten regionalen Freiraum-Gruppen in Regensburg, Köln und Stuttgart noch nicht in Präsenz starten. Den Umständen entsprechend bietet das Freiraum-Team deswegen gemeinsam mit einer Freiraum-Begleiterin seit Februar 2021 eine überregionale digitale Freiraum-Gruppe an, an der mittlerweile bis zu 18 Nutzer*innen von Wohnangeboten der Eingliederungshilfe aus verschiedenen Regionen Deutschlands teilnehmen. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat und wird bis zum Ende des Jahres angeboten. Es wurde schon viel über Themen wie Liebe, Beziehungen und Dating, aber auch über Assistenz, Freizeit und wie erwartet über Corona gesprochen.

Davon inspiriert sind auch die Freiraum-Gruppen in Regensburg und Köln digital gestartet, um einen ersten Zugang zu den Bewohner*innen der Wohneinrichtungen zu schaffen. In Köln gibt es eine geschlechtergemischte Freiraum-Gruppe. In Regensburg ist ebenfalls eine geschlechtergemischte sowie eine kleinere Freiraum-Gruppe für Frauen entstanden, da für einige Frauen das Interesse an einem Austausch untereinander besteht. Die jeweiligen Gruppen treffen sich auch hier einmal im Monat online über zoom und haben bereits dreimal stattgefunden.

Momentan befinden sich die Gruppen und die Freiraum-Begleiter*innen in der Sommerpause und starten zunächst im September wieder online. Das Freiraum-Team und die Freiraum-Begleiter*innen hoffen jedoch darauf, dass die Gruppen im Herbst wie angedacht in Präsenz übergehen können.

An dieser Stelle möchte sich das ReWiKs-Team für das Engagement aller Freiraum-Begleiter*innen bedanken, die sich mit viel Mühe, Zeit und Vorbereitung auf die Umstellung zum digitalen Angebot eingelassen haben und die Freiraum-Gruppen durchführen.

(IE)

 

Juli 2021

Diskussion des ReWiKs-Teams zum Film "Because of my body"

Sexualbegleitung und Sexualassistenz können Menschen mit Behinderung die Möglichkeit eröffnen, ihre Sexualität zu leben. Ohne dass die Begrifflichkeiten im Fachdiskurs oder auch in der Öffentlichkeit trennscharf gedacht werden, geht es bei der Begleitung vorrangig um gemeinsamen Körperkontakt, Nähe und die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs, wohingegen bei der Sexualassistenz die Unterstützung von Paaren bei der Realisierung von Sex, Beratung und praktische Unterstützung – z.B. beim Besuch eines Sexshops im Vordergrund stehen. In beiden Fällen handelt es sich um bezahlte sexuelle Dienstleistungen, die der Erweiterung der sexuellen Selbstbestimmung der Klient*innen dienen. In der Beschreibung des Dokumentarfilms „Because of my body“ des Regisseurs Francesco Cannavà heißt es:

„Die 21-jährige Claudia leidet seit ihrer Geburt unter der Fehlbildung Spina bifida, im Volksmund als "offener Rücken" bezeichnet. Nach Jahren voller Diskriminierung und Einsamkeit macht sie sich auf den Weg, ihre Sexualität zu entdecken. Ein sogenannter Sexualassistent soll ihr dabei behilflich sein. Doch dann geraten Claudias Gefühle durcheinander...“

(Der Film lief in der Arte-Mediathek, ist aktuell aber leider nicht mehr verfügbar. Infos zum Film unter: https://bbfilm.tv/en/card/because-of-my-body)

Mitarbeiter*innen des ReWiKs-Teams haben sich diesen Film angesehen und stellt fest:

  • Claudia wird in weiten Teilen des Films bevormundet und ihre Selbstbestimmung massiv eingeschränkt. Das durchgängig gezeigte Machtfälle zwischen ihr und ihrem Umfeld scheint sowohl durch ihre körperliche Beeinträchtigung als auch durch ein Frauenbild geprägt zu sein, das einen selbstbewussten Umgang mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen weitgehend negiert.
  • Auch im Kontakt mit dem Sexualassistenten hat nicht sie die Entscheidungsmacht – weder über die grundsätzliche Gestaltung der Beziehung, noch über die konkreten sexuellen Situationen.
  • Es wird ein Bild von Sexualassistenz vermittelt, das nicht ihrer originären Idee entspricht und auf der Grundlage einer unklaren Rechtslage in Italien von einer elementaren Diffusität bzgl. ihres Auftrags, ihres Ziels und der Rollen von Nutzerin und Anbieter geprägt ist.
  • Für eine realistischere und Selbstbestimmung tatsächlich ermöglichende Darstellung empfehlen wir eine Dokumentation über Sexualbegleitung in Deutschland am Beispiel der Begleiterin Edith Arnold: https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-die-beruehrerin-100.html

Da sexuelle Selbstbestimmung immer auf der Erfahrung und Ermöglichung von Selbstbestimmung fußt, möchten wir zudem auf den absolut hörenswerten Podcast verweisen, den DIE NEUE NORM unter dem Titel „Behindertenwohnheime - Realität und Alternativen“ am 28.05.2021 auf BR2 veröffentlicht hat:

Nachdem vier Bewohner*innen in einem Pflegeheim in Potsdam getötet wurden, ist der mediale Aufschrei verklungen. Wir beleuchten in unserem Bayern 2-Podcast, wie über die Tat berichtet wurde. Außerdem stellen wir uns die Frage, welche strukturellen Probleme in solchen Einrichtungen herrschen und welche alternativen Wohnformen es gibt.

https://podcasts.apple.com/de/podcast/pdf-behindertenwohnheime-realit%C3%A4t-und-alternativen/id1499951166?i=1000523387072

 

(SJe)

 

 

Juni 2021

Befragung „Digitalisierung und Medienbildung in Wohnangeboten der Eingliederungshilfe“

 

Bis 15.07.21  hatten Mitarbeiter*innen aus Wohnangeboten der Eingliederungshilfe die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Befragung, die auf das Thema digitale Teilhabe und Infrastruktur in diesen Einrichtungen abzielt.

Hier gelangen Sie zur Website: https://hu.berlin/dig_teilhabe

 

Neue ReWiKs-Lots*innen erweitern die sexuelle Selbstbestimmung im Lebensbereich Wohnen der Eingliederungshilfe

 

Die ReWiKs-Lots*innen Fortbildung in Oranienburg/Berlin und Hamburg ist in diesem Monat nach der erfolgreichen Teilnahme an der Abschlussveranstaltung beendet. Fast 50 neue ReWiKs-Lots*innen gehen mit dem ReWiKs-Medienpaket und einer Erkenntnis im Gepäck aus den abwechslungsreichen online-Veranstaltungen: "Die eigentliche Arbeit rund um Themen der sexuellen Selbstbestimmung in den Organisationen fängt nun richtig an".

Daher setzen sich viele Lots*innen SMARTE - Ziele, um den positiven "Flow" aus der Weiterbildung in konkrete Handlungen zu überführen. Diese reichen von Ideen zu themenzentrierten Bildungsangeboten in der jeweiligen Organisation, über neu durchdachte Konzeptionsansprüche, bis hin zu Ideen umfassenderer Organisationsentwicklungsmaßnahmen, um die sexuelle Selbstbestimmung nachhaltig zu erweitern. Das Fortbildungsende ist zugleich der Beginn eines neuen Angebotes für die Teilnehmenden: Die regionale Vernetzung von ReWiKs-Lots*innen zu Themen der sexuellen Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in Wohnangeboten. Auch hier wird das Forschungsprojekt zukünftig wirksam: Gemeinsam mit den ReWiKs-Lots*innen werden nun passgenaue regionale ReWiKs-Foren als Vernetzungsangebot zu Themen der sexuellen Selbstbestimmung erarbeitet.

Die Abbildung zeigt die Ergebnisse einer Umfrage unter 25 Fortbildungsteilnehmenden aus der Abschlussveranstaltung am Standort Oranienburg. Der Austausch untereinander, der Reflexionsprozess, die Besprechung ethischer Problemstellungen und die Nutzung bzw. Auseinandersetzung mit den Leitlinien gelingender sexueller Selbstbestimmung gefällt vielen der ReWiKs-Lots*innen sehr. Auch Impulse zur Organisationsentwicklung und die Karikaturen aus dem ReWiKs-Medienpaket gefallen vielen. Es wird deutlich wie breit die angebotenen inhaltlichen Impulse in der Fortbildung sind.

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(AN)

 

Mai 2021

Wir nehmen Abschied von Frank Kühlborn

Über 3 Jahre lang war er Teilnehmer einer Pilot-Freiraum-Gruppe und später auch des Projekt-Beirats und hat mit seinen Ideen, Gedanken und dem offenen Teilen seiner Gefühle sich und Menschen, die in Wohneinrichtungen leben eine Stimme gegeben. Er wollte darauf aufmerksam machen, was verändert werden darf. Auch zukünftig hätte er gerne über diese Dinge erzählt, um sie mit der Welt zu teilen. Er zeigte oft eine so tiefe Dankbarkeit dafür, Teil des Projekts sein zu dürfen, ohne wirklich zu realisieren, wie sehr er es selbst bereicherte. Oft erzählte er von seinen Kämpfen mit seinem Körper, der Liebe und dem Leben und immer wieder durften wir in den Treffen der Freiraum-Gruppe und auch auf der ReWiKs-Abschlusstagung 2018 seinem Humor und seinen ergreifenden, ehrlichen Worten lauschen. Ebenso machte ihn eine immerwährende Offenheit und Neugier für ehrliche Konfrontation und die Impulse der Anderen aus.

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Danke Frank!

 

Du bleibst uns unvergessen!

(JTr)

 

April 2021

Die Corona-Pandemie als Auslöser für unser Positionspapier

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie erreichten uns im Rahmen des Projektes Berichte und Erfahrungen von sehr herausfordernden Lebenssituationen von Menschen mit Lernschwierigkeiten, die in besonderen Wohnformen leben. Wir sahen uns in der Verantwortung, diese zu erfassen, sichtbar zu machen und auf unseren Projekt-Schwerpunkt, die sexuelle Selbstbestimmung, zu fokussieren. Im gemeinsamen Austausch des Projekt-Teams ist so ein Positionspapier mit dem Titel „Sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Krisenzeiten“ entstanden. Zukünftig ist geplant, dieses auch in Leichte Sprache übersetzen zu lassen. Die aktuelle Version kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://doi.org/10.5281/zenodo.4736990

(SB)

 

März 2021

Projekt ReWiKs auf dem Kongress Armut und Gesundheit 2021

Unter dem Titel „Partizipation in Projekten zur sexuellen Selbstbestimmung und Bildung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“ fand am 18.03.2021 das gemeinsame Fachforum des Projekts ReWiKs und des Projekts Herzfroh 2.0 statt (Link zum Abstract).

Das Fachforum widmete sich der Frage, wie Partizipation in (Forschungs-)Projekten umgesetzt, gewollt und gelebt werden kann und wie sich diese Haltung auf die Inhalte, den Verlauf der Projekte sowie die Qualität der Ergebnisse auswirkt.

Der Fokus der Darstellung des Projekts ReWiKs (Powerpoint des Vortrags hier) lag auf der Partizipation im Bereich der Freiraum-Gruppen und der Schilderung der bisher gemachten Erfahrungen. Beim Aufbau der Gruppen wird ein enges partizipatives Vorgehen zwischen Freiraum-Begleitungen und Forscherinnen aus der HU Berlin umgesetzt. Im „Stufenmodell der Partizipation“ nach Wright et al. (2010) entspricht dies der Stufe der „Entscheidungsmacht“, was die höchste Stufe im Bereich der Partizipation ist. Die Freiraum-Begleitungen sind in alle Prozesse beim Aufbau der Gruppen eingebunden. Auch bei der Begleitforschung spielen sie eine wesentliche Rolle, indem Sie die Ergebnisse interpretieren und teilweise mitentscheiden, welche thematischen Fokus die Evaluation bearbeiten soll (zwischen den Stufen „Einbeziehung“ und „Mitbestimmung“).

Das Projekt Herzfroh 2.0 wurde die Projektbeteiligten vorgestellt.

In der auf die Vorstellung der Projekte folgenden Talkrunde berichteten zwei Teilnehmende aus beiden Projekten von Ihren Erfahrungen.

Beide Personen fühlten sich in Ihrer Rolle ernst genommen. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut und problemlos. Für Projekte, die die Lebenswelten und Zielgruppe von Menschen mit Behinderungen zum Gegenstand haben, sei es sehr wichtig, dass ein Einbezug von Anfang an stattfinde. Menschen mit Behinderungen sollten in alle Phasen eingebunden sein („nichts über uns ohne uns“). Dabei gebe es viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie dies geschehen könne. Wichtig sei es in partizipativen Projekten eine gute Aufgabenklärung und Rollenbeschreibung zu entwickeln, um Verantwortlichkeiten zu regeln. Dazu befragt, was sie bei der bisherigen Zusammenarbeit im Forschungsprojekt gelernt habe, sagte eine Beteiligte: „Das eine ist die Theorie und das andere ist die Praxis. Und ich glaube wir können nicht ohne einander.“ Die Forschung brauche die Anbindung an die Realität und gleichzeitig sei die Forschung wichtig, damit die Praxis etwas lernen könne.

Aus Sicht von Projekten sei die Partizipation von Akteur*innen es für den Projekterfolg sehr wichtig. Sie können als Türöffner und Brückenbauer für das Projekt in der Praxis und der jeweiligen Region dienen und sorgen dafür, dass relevantes lebensweltliches Wissen in das Projekt und die entstehenden Ergebnisse einfließen kann und diese so passgenauer werden.

 

*Literatur: Wright, M. T., von Unger, H. & Block, M. (2010) Partizipation der Zielgruppe in der Gesundheitsförderung und Prävention. In M. T. Wright (Hrsg.), Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention (35-52). Bern: Huber.

(TKr)