Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Pädagogik bei Beeinträchtigungen der körperlich-motorischen Entwicklung

Aktuelles

Hier finden Sie Aktuelles aus dem ReWiKs-Projekt.

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Juni 2021

Befragung „Digitalisierung und Medienbildung in Wohnangeboten der Eingliederungshilfe“

 

Bis 15.07.21 hatten Mitarbeiter*innen aus Wohnangeboten der Eingliederungshilfe die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Befragung, die auf das Thema digitale Teilhabe und Infrastruktur in diesen Einrichtungen abzielt.

Hier gelangen Sie zur Website: https://hu.berlin/dig_teilhabe

 

 

Neue ReWiKs-Lots*innen erweitern die sexuelle Selbstbestimmung im Lebensbereich Wohnen der Eingliederungshilfe

 

Die ReWiKs-Lots*innen Fortbildung in Oranienburg/Berlin und Hamburg ist in diesem Monat nach der erfolgreichen Teilnahme an der Abschlussveranstaltung beendet. Fast 50 neue ReWiKs-Lots*innen gehen mit dem ReWiKs-Medienpaket und einer Erkenntnis im Gepäck aus den abwechslungsreichen online-Veranstaltungen: "Die eigentliche Arbeit rund um Themen der sexuellen Selbstbestimmung in den Organisationen fängt nun richtig an".

Daher setzen sich viele Lots*innen SMARTE - Ziele, um den positiven "Flow" aus der Weiterbildung in konkrete Handlungen zu überführen. Diese reichen von Ideen zu themenzentrierten Bildungsangeboten in der jeweiligen Organisation, über neu durchdachte Konzeptionsansprüche, bis hin zu Ideen umfassenderer Organisationsentwicklungsmaßnahmen, um die sexuelle Selbstbestimmung nachhaltig zu erweitern. Das Fortbildungsende ist zugleich der Beginn eines neuen Angebotes für die Teilnehmenden: Die regionale Vernetzung von ReWiKs-Lots*innen zu Themen der sexuellen Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in Wohnangeboten. Auch hier wird das Forschungsprojekt zukünftig wirksam: Gemeinsam mit den ReWiKs-Lots*innen werden nun passgenaue regionale ReWiKs-Foren als Vernetzungsangebot zu Themen der sexuellen Selbstbestimmung erarbeitet.

Die Abbildung zeigt die Ergebnisse einer Umfrage unter 25 Fortbildungsteilnehmenden aus der Abschlussveranstaltung am Standort Oranienburg. Der Austausch untereinander, der Reflexionsprozess, die Besprechung ethischer Problemstellungen und die Nutzung bzw. Auseinandersetzung mit den Leitlinien gelingender sexueller Selbstbestimmung gefällt vielen der ReWiKs-Lots*innen sehr. Auch Impulse zur Organisationsentwicklung und die Karikaturen aus dem ReWiKs-Medienpaket gefallen vielen. Es wird deutlich wie breit die angebotenen inhaltlichen Impulse in der Fortbildung sind.

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(AN)

 

Mai 2021

Wir nehmen Abschied von Frank Kühlborn

Über 3 Jahre lang war er Teilnehmer einer Pilot-Freiraum-Gruppe und später auch des Projekt-Beirats und hat mit seinen Ideen, Gedanken und dem offenen Teilen seiner Gefühle sich und Menschen, die in Wohneinrichtungen leben eine Stimme gegeben. Er wollte darauf aufmerksam machen, was verändert werden darf. Auch zukünftig hätte er gerne über diese Dinge erzählt, um sie mit der Welt zu teilen. Er zeigte oft eine so tiefe Dankbarkeit dafür, Teil des Projekts sein zu dürfen, ohne wirklich zu realisieren, wie sehr er es selbst bereicherte. Oft erzählte er von seinen Kämpfen mit seinem Körper, der Liebe und dem Leben und immer wieder durften wir in den Treffen der Freiraum-Gruppe und auch auf der ReWiKs-Abschlusstagung 2018 seinem Humor und seinen ergreifenden, ehrlichen Worten lauschen. Ebenso machte ihn eine immerwährende Offenheit und Neugier für ehrliche Konfrontation und die Impulse der Anderen aus.

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Danke Frank!

 

Du bleibst uns unvergessen!

(JTr)

 

April 2021

Die Corona-Pandemie als Auslöser für unser Positionspapier

 

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie erreichten uns im Rahmen des Projektes Berichte und Erfahrungen von sehr herausfordernden Lebenssituationen von Menschen mit Lernschwierigkeiten, die in besonderen Wohnformen leben. Wir sahen uns in der Verantwortung, diese zu erfassen, sichtbar zu machen und auf unseren Projekt-Schwerpunkt, die sexuelle Selbstbestimmung, zu fokussieren.

Im gemeinsamen Austausch des Projekt-Teams ist so ein Positionspapier mit dem Titel „Sexuelle Selbstbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Krisenzeiten“ entstanden. Zukünftig ist geplant, dieses auch in Leichte Sprache übersetzen zu lassen.

Die aktuelle Version kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

http://doi.org/10.5281/zenodo.4736990

 

(SB)

 

März 2021

Projekt ReWiKs auf dem Kongress Armut und Gesundheit 2021

Unter dem Titel „Partizipation in Projekten zur sexuellen Selbstbestimmung und Bildung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen“ fand am 18.03.2021 das gemeinsame Fachforum des Projekts ReWiKs und des Projekts Herzfroh 2.0 statt (Link zum Abstract).

Das Fachforum widmete sich der Frage, wie Partizipation in (Forschungs-)Projekten umgesetzt, gewollt und gelebt werden kann und wie sich diese Haltung auf die Inhalte, den Verlauf der Projekte sowie die Qualität der Ergebnisse auswirkt.

Der Fokus der Darstellung des Projekts ReWiKs (Powerpoint des Vortrags hier) lag auf der Partizipation im Bereich der Freiraum-Gruppen und der Schilderung der bisher gemachten Erfahrungen. Beim Aufbau der Gruppen wird ein enges partizipatives Vorgehen zwischen Freiraum-Begleitungen und Forscherinnen aus der HU Berlin umgesetzt. Im „Stufenmodell der Partizipation“ nach Wright et al. (2010) entspricht dies der Stufe der „Entscheidungsmacht“, was die höchste Stufe im Bereich der Partizipation ist. Die Freiraum-Begleitungen sind in alle Prozesse beim Aufbau der Gruppen eingebunden. Auch bei der Begleitforschung spielen sie eine wesentliche Rolle, indem Sie die Ergebnisse interpretieren und teilweise mitentscheiden, welche thematischen Fokus die Evaluation bearbeiten soll (zwischen den Stufen „Einbeziehung“ und „Mitbestimmung“).

Das Projekt Herzfroh 2.0 wurde die Projektbeteiligten vorgestellt.

In der auf die Vorstellung der Projekte folgenden Talkrunde berichteten zwei Teilnehmende aus beiden Projekten von Ihren Erfahrungen.

Beide Personen fühlten sich in Ihrer Rolle ernst genommen. Die Zusammenarbeit klappte sehr gut und problemlos. Für Projekte, die die Lebenswelten und Zielgruppe von Menschen mit Behinderungen zum Gegenstand haben, sei es sehr wichtig, dass ein Einbezug von Anfang an stattfinde. Menschen mit Behinderungen sollten in alle Phasen eingebunden sein („nichts über uns ohne uns“). Dabei gebe es viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie dies geschehen könne. Wichtig sei es in partizipativen Projekten eine gute Aufgabenklärung und Rollenbeschreibung zu entwickeln, um Verantwortlichkeiten zu regeln. Dazu befragt, was sie bei der bisherigen Zusammenarbeit im Forschungsprojekt gelernt habe, sagte eine Beteiligte: „Das eine ist die Theorie und das andere ist die Praxis. Und ich glaube wir können nicht ohne einander.“ Die Forschung brauche die Anbindung an die Realität und gleichzeitig sei die Forschung wichtig, damit die Praxis etwas lernen könne.

Aus Sicht von Projekten sei die Partizipation von Akteur*innen es für den Projekterfolg sehr wichtig. Sie können als Türöffner und Brückenbauer für das Projekt in der Praxis und der jeweiligen Region dienen und sorgen dafür, dass relevantes lebensweltliches Wissen in das Projekt und die entstehenden Ergebnisse einfließen kann und diese so passgenauer werden.

 

*Literatur: Wright, M. T., von Unger, H. & Block, M. (2010) Partizipation der Zielgruppe in der Gesundheitsförderung und Prävention. In M. T. Wright (Hrsg.), Partizipative Qualitätsentwicklung in der Gesundheitsförderung und Prävention (35-52). Bern: Huber.

(TKr)