Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Institut für Rehabilitationswissenschaften

Forschung

I.  Forschungsprojekte (laufend, abgeschlossen)
II. Promotionsprojekte (laufend, abgeschlossen)

 


I. Forschungsprojekte

 

Laufende Forschungsprojekte

 

Forschungsprojekt - InBeBi Rheinland (Laufzeit 2020-2023)

 

Inklusive Berufliche (Aus‐)Bildung von Jugendlichen mit Schwerbehinderung im Rheinland. Zugänge, Gestaltung und Verbleib. 

Forschungsverbund der Humboldt‐Universität zu Berlin und der Otto‐von‐Guericke‐Universität Magdeburg. Laufzeit: 1. August 2020 – 31. Dezember 2023.

Gefördert durch das Inklusionsamt (InA) des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)

 

Projektbeschreibung:
Obwohl sich die Norm der inklusiven Bildung nach Art. 24 der UN‐Behindertenrechtskonvention (UN‐BRK) auf den gesamten Lebenslauf bezieht, gibt es bislang wenig systematische Studien zur beruflichen Bildung von Jugendlichen mit Behinderungen. Es ist davon auszugehen, dass ein erfolgreicher Übergang von der Schule in eine betriebliche Ausbildung eher die Ausnahme darstellt. Dies wirft Fragen nach der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit inklusiver Bildung auf – und zwar sowohl aus gesellschaftlicher Perspektive als auch aus subjektiv‐biografischer Sicht der Jugendlichen. Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie sich die Bildungs‐ und Beschäftigungsverläufe von schwerbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen (und ihnen Gleichgestellten) im Rheinland gestalten. Die Bildungs‐ und Beschäftigungswege sollen für eine Kohorte von schwerbehinderten/gleichgestellten Schulabgänger*innen in einem Längsschnitt untersucht werden, der die Situation der Jugendlichen zu insgesamt drei Zeitpunkten mit unterschiedlichen Fragestellungen in den Blick nimmt:

  • I. Zielvorstellungen und Zugänge in die berufliche (Aus‐)Bildung und Beschäftigung: nach Praktikum
  • II. Gestaltungsbedingungen und Erfahrungen in der betrieblichen (Aus‐)Bildung und Beschäftigung: ca. 1 Jahr nach Schulabschluss
  • III. Verbleib: Zum Ende der betrieblichen (Aus‐)Bildung und Beschäftigung

Für die Durchführung des Forschungsvorhabens wird eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden gewählt (u.a. Dokumenten‐ und Aktenanalyse, quantitative Fragebogenerhebung, Experteninterviews, Gruppendiskussionen und Einzelinterviews mit Jugendlichen). Aus einer notwendigen mehrperspektivischen Betrachtung der komplexen Prozesse werden jeweils sowohl die strukturellen Handlungs‐ und Entscheidungsspielräume (während des Übergangs, am Ausbildungs‐/Arbeitsmarkt und in den Unterstützungssystemen) als auch die individuellen Erfahrungen, subjektiven Wahrnehmungen und Deutungen der Jugendlichen beleuchtet.


Projektleitung
Prof. Dr. Gudrun Wansing (HU Berlin)
Prof. Dr. Mario Schreiner (OVGU Magdeburg) 
 

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen
M.A. Sascha Alexander Blasczyk (OVGU Magdeburg)
Dr. Margret Xyländer (HU Berlin)
M.A. Philine Zölls‐Kaser (HU Berlin)

Studentische Hilfskräfte
Gabriel Schmidt (HU Berlin)
Maik Pecenka (OVGU Magdeburg) 

 

2018-2022

Evaluation der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) nach §32 SGB IX

In Kooperation mit Prognos AG und infas-Institut für angewandte Sozialwissenschaft. Fachwissenschaftliche Beratung und Begleitung, Evaluation des Qualifizierungsprogramms. Förderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

 

2018-2021
Partizipatives Monitoring der aktuellen Entwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts 2021

Förderung: BMAS. In Kooperation mit der Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DvfR), Prof. Dr. Nebe (Uni Halle‐Wittenberg, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Recht der Sozialen Sicherheit), Prof. Dr. Felix Welti (Uni Kassel, Gesundheits‐ und Sozialrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung) und Prof. Dr. Wolfhard Kohte (Zentrum für Sozialforschung Halle, Bürgerliches Recht, Arbeits‐, Unternehmens‐ und Sozialrecht der behinderten Menschen).

Ziele des interdisziplinären Projektes sind normative und empirische Analysen der Reformprozesse, die durch die aktuelle Gesetzgebung, insbesondere das Bundesteilhabegesetz (BTHG), im Feld der Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen veranlasst wurden.  Es geht um die Beobachtung und Bewertung deren Bedingungen, beabsichtigten wie unbeabsichtigten Folgen sowie die Entwicklung von Vorschlägen für die Umsetzung sowie Weiterentwicklungen. Dabei werden insbesondere Themen mit Bezug zur Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen bearbeitet. Die Ergebnisse werden im Projektzeitraum fortlaufend über das  Internetportal  „Diskussionsforum  Rehabilitations‐  und  Teilhabrecht“  (www.reha‐recht.de) veröffentlicht. Aufgaben des Projektstandortes HU (Leitung: Prof.‘in Wansing) liegen vor allem in der empirischen Erhebung und Analyse der Implementation der neuen Regelungen durch die verschiedenen Akteure (Politik, Verwaltung, Einrichtungen und Dienste, Menschen mit Behinderungen) und die Identifikation von förderlichen und hinderlichen Bedingungen. Den Kern bilden Datenerhebungen (quantitativ und qualitativ) zu den Themenbereichen „Werkstättenmitwirkungverordnung (WMVO)“, „Alternativen zur WfbM: Integrationsbetriebe, Budget für Arbeit, andere Leistungsanbieter“, „Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung“.

 

2018-2021
Graduiertenkolleg „Inklusion ‐ Bildung ‐ Schule: Analysen von Prozessen gesellschaftlicher Teilhabe“

In Kooperation mit Prof. Dr. Anna Moldenhauer (Systembezogene Schulforschung), Prof. Dr. Vera  Moser (Pädagogik bei Beeinträchtigungen des Lernens/Allgemeine Rehabilitationspädagogik), Prof. Dr. Detlef Pech (Grundschulpädagogik/Sachkunde) – alle HU Berlin. 

Förderung: Hans‐Böckler‐Stiftung.

Forschungsschwerpunkte:

1. Organisationsentwicklung im Kontext von Inklusion 

2. Inklusion und (Fach‐)Didaktik 

3. Professionsentwicklung im Bereich Inklusion 

4. Inklusion und berufliche Bildung (Schwerpunkt Prof.‘in Wansing).

 

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

 

2015-2018
Partizipatives Monitoring Rehabilitations- und Teilhaberecht

Förderung: BMAS. In Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DvfR), Prof. Dr. Nebe (Uni Halle-Wittenberg, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Recht der Sozialen Sicherheit), Prof. Dr. Felix Welti (Uni Kassel, Gesundheits- und Sozialrecht, Recht der Rehabilitation und Behinderung), Prof. Dr. Wolfhard Kohte (Zentrum für Sozialforschung Halle, Bürgerliches Recht, Arbeits-, Unternehmens- und Sozialrecht der behinderten Menschen).

Sozialwissenschaftliche Beobachtung, Analyse und Kommentierung der Entwicklungen zum Bun-desteilhabegesetz, der Reformen des SGB IX und der Eingliederungshilfe; der Implementierung in die Rehabilitationspraxis und ihrer Wirkungen. Erarbeitung und Diskussion von Vorschlägen zur Klärung, Weiterentwicklung und Umsetzung von Regelungen. Fokus: Teilhabe am Arbeitsleben wie Zugang, Ermöglichung und Stabilisierung von Beschäftigung, Weiterentwicklung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Durchlässigkeit der Systeme und Bewältigung von Übergängen (Schule-Ausbildung, WfbM–allgemeiner Arbeitsmarkt). Publikation der Diskurse und Ergebnisse im inter-netbasierten Diskussionsforum. www.reha-recht.de

 

2014-2017
Evaluation von Peer Counseling Anlaufstellen und Beratungsangeboten

In Kooperation mit Prognos, Berlin. Förderung: Landschaftsverband Rheinland.

Identifizieren von Gelingensbedingungen erfolgreichen Peer Counselings (Beratung durch und für Menschen mit Behinderung): Wirkfaktoren sowie förderliche und hinderliche Bedingungen; Erfassung, Analyse und Bewertung von Wirkungsergebnissen; Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung (Verbindung von formativer und summativer Evaluation).

Endbericht unter:

http://www.lvr.de/media/wwwlvrde/soziales/menschenmitbehinderung/wohnen/dokumente_232/peer_counseling/170717_Peer_Counseling_Endbericht.pdf

 

2014-2017
INDIVERSO – Inclusive diverse solutions for vocational education and training

In Kooperation mit Josefsheim Bigge, Berufsbildungswerk Waldwinkel, Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V., Mariaberger Ausbildung und Service (Germany), Astangu Kutserehabilitatsiooni Keskus (Estonia),The Cedar Foundation (UK), Centro Studi Opera Don Calabria (Italy), Stichting Werkenrode Arbeidsintegratie (Netherlands), Fundacao afid Diferenca (Portugal), Fundacion Intras (Spain). Förderung: EU, Erasmus+. http://www.indiverso-erasmus.eu/

Weiterentwicklung der beruflichen (Aus-)Bildung für junge Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Sinne der UN-BRK. Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung: Erhebung und Auswertung der Erfahrungen, Einschätzungen und Wünsche der Menschen mit Beeinträchtigungen sowie der Lehr- und Fachkräfte in Ausbildungsbetrieben bzw. Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation in den Partnerländern. Identifikation von förderlichen und hinderlichen Bedingungen im internationalen Vergleich und Ableitung von Interventionsansätzen.

 

2014-2017
GiB – Gemeinsam in Bewegung. Inklusionsorientierte Sport- und Bewegungsangebote in der Region Kassel

In Kooperation mit Ambulante Hilfen im Alltag (Aha e.V.), Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab e.V.), Paritätischer Landesverband Hessen, Landessportbund Hessen (LSB H), Landessportjugend Hessen (SJH) u.a. Förderung: Aktion Mensch.

Evaluation einer Fortbildung für Übungsleiter/Trainer zum Thema „Vielfalt in Sportvereinen“; Evaluation von inklusiven Sport- und Bewegungsangeboten.

 

2012-2016 
Teilhabe am Arbeitsleben? Die Werkstatt für behinderte Menschen aus Sicht der Beschäftigten. Qualitative Studie zur subjektiven Wahrnehmung und Deutung von Anerkennung und Teilhabe am Arbeitsleben durch Beschäftigte in WfbM. Förderung: Software AG Stiftung. Dissertationsprojekt Mario Schreiner.

 

2008-2010
An die Arbeit – mit Persönlichem Budget! Neue Steuerung der Leistungen und Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten und Berufsbildungswerken. Auftraggeber: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

 

2008-2009
Konzept Familienunterstützende Hilfen (FUH). Studie zur Lebenssituation von Familien mit behinderten Angehörigen und Perspektiven wohnbezogener Hilfen.
(Landschaftsverband Westfalen Lippe)

Persönliches Budget im Leistungsmix. Neues Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung zwischen stationärem Setting, ambulanten Leistungen und informellen Hilfen (PerLe 3).
(Bundesministerium für Arbeit und Soziales)


2007
Internationaler Vergleich von Leistungen und Massnahmen zur Unterstützung selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebens als Teilstudie zur Evaluation des „Pilotversuchs Assistenzbudget“. Kooperationsprojekt mit der Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit.
(Bundesamt für Sozialversicherungen, Schweiz)

   
2004-2007
Wissenschaftliche Begleitforschung der Bundesmodellprojekte „Trägerübergreifendes Persönliches Budget". Forschungsverbund mit der Universität Tübingen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.
(Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung)

 

2005-2006
Lebensverläufe und Lebensqualität aus Nutzerperspektive – Biografieorientierte Zugänge zum Verstehen und Bewältigen herausfordernder Verhaltensweisen. Expertise im Rahmen des deutsch/niederländischen Euregio-Projektes "Hand-in-Hand".
(Landschaftsverband Rheinland)


2005-2006
Persönliches Budget und Lebensqualität. Leben gestalten durch Menschen mit Behinderung im Wohnheim (PerLe 2).
(mit Fördermitteln des Bundesverbandes Evangelische Behindertenhilfe)

 

2001-2004
Personenbezogene Unterstützung und Lebensqualität. Aktuelle Standards der Hilfen und notwendige Ressourcen für eine selbstbestimmte Lebensführung von geistig behinderten Menschen. Forschungsverbund mit der Universität Tübingen.
(Software-AG Stiftung)

 

1999-2000
Qualitätsmanagement in Einrichtungen der Frühförderung in NRW
(Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW, finanziert mit Fördermitteln des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes NRW)

 

II. Promotionen

Laufende Promotionen

 

Afewori Abay, Robel

Prekäre Übergänge im Kontext von Behinderung und Migration. Eine intersektionale Analyse des Übergangs von der Schule in die berufliche (Aus-)Bildung aus der Perspektive von Jugendlichen Mit Behinderungs- und Migrationserfahrungen. (Graduiertenkolleg Inklusion-Bildung-Schule)

 

Jordan, Micah

Persönlichkeitsentwicklung durch Peer Counseling: Möglichkeiten der Identitätstransformation in der Beratungsarbeit für die Beratenden

 

Lammers, Klara

Peer-Unterstützung durch und für Menschen
mit psychischen Erkrankungen im Kontext des SGB II

 

Schachler, Viviane

Formalisierte Interessenvertretung in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM): eine Entwicklung zur Partizipation im Teilhabesystem?

 

Schülle, Mirjam

Gesundheits- und Teilhabeleistungen für geflüchtete Menschen mit Beeinträchtigungen – Eine empirische Untersuchung zur Anwendung der Leistungsnorm in Sozialbehörden

 

Teismann, Malte

Berufliche Übergange von Beschäftigten der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen

 

Zölls-Kaser, Philine

Übergang Förderschule-Beruf. Teilhabe bei der Berufswahl aus Sicht von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen
 

Abgeschlossene Promotionen

 

Schreiner, Mario (2016)

Teilhabe am Arbeitsleben. Die Werkstatt für behinderte Menschen aus Sicht der Beschäftigten

 

Steinke, Cindy (2017)

Der Typus von Hilfebedürftigkeit im Wissensvorrat klinischer Sozialarbeit im Handlungsfeld Psychiatrie. Eine wissenssoziologische Diskursanalyse

 

Brunner, Julia (2017)

Professionalität frühpädagogischer Fachkräfte im Kontext einer inklusiven Bildung. Perspektiven auf Behinderung und Normalität in der Kindertagesstätte

 

Rambausek-Haß, Tonia (2015)

Behinderte Rechtsmobilisierung? Eine rechtssoziologische Untersuchung zur Umsetzung von Art. 19 der UN-Behindertenrechtskonvention. (Zweitgutachterin, Erstgutachter: Prof. Dr. Felix Welti, Universität Kassel)

 

Modes, Marie-Theres (2015) 

Wahrnehmung und Herstellungsweisen von Raum und Behinderung. Eine raumsoziologische Studie. (Zweitgutachterin, Erstgutachterin: Prof. Dr. Mechthild Bereswill, Universität Kassel)

 

Egloff, Barbara (2017)

Selbstbestimmt unterstützt durch Assistenz. Eine empirische Untersuchung zur Einführung und Umsetzung des Assistenzbeitrags in der Schweiz. (Zweitgutachterin, Erstgutachterin: Prof. Dr. Ingeborg Hedderich, Universität Zürich)