Humboldt-Universität zu Berlin - Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät - Rehabilitationspsychologie

Forschung der Abteilung Rehabilitationspsychologie

 

Drittmittelprojekte

Laufende Promotionsvorhaben

 

Drittmittelprojekte:

Verbundprojekt: Diagnose von Barrieren für autistische Schüler*innen in inklusiven Schulen (schAUT) - Teilprojekt: Statistische Analyse und pädagogisch-psychologische Expertise

 

Laufzeit:

01.06.2021-31.05.2024

Projektbeschreibung:

Ein individuell angepasstes Lernumfeld ist für die Inklusion autistischer Schüler_innen zentral: Bildungserfolg und gesellschaftliche Partizipation hängen für sie vom Abbau individueller Barrieren ab. Das Projekt schAUT entwickelt daher ein schlankes, alltagstaugliches Diagnosetool, um subjektiv empfundene Barrieren und Ansatzpunkte für ihre Behebung zu ermitteln. Validiert wird dieses Tool mit jeweils 1.600 Schüler_innen in zwei Bundesländern zu zwei Messzeitpunkten (Eintritt Grundschule, Eintritt Sekundarstufe). Das Diagnosetool wird im Austausch mit international renommierten Expert_innen entwickelt, in Fortbildungen für Lehrkräfte erprobt sowie schließlich allen Kultusministerien zur Nutzung an den Schulen kostenfrei online zur Verfügung gestellt. schAUT ist interdisziplinär, partizipatorisch und international vernetzt konzipiert, basierend auf einer langjährigen Kooperation zwischen White Unicorn e.V. und der Humboldt-Universität (Rehabilitationspädagogik und -psychologie).

Die Projektförderung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Kontakt: Dr. Sabine Schwager (Email: sabine.schwager@hu-berlin.de)

 


Laufende Promotionsvorhaben:

Promotionsvorhaben von Herrn Eicke Schwarzkopf
Einrichtung: Deutsches Herzzentrum Berlin (DHZC), Psychokardiologie
Erstbetreuerin: Prof. Dr. Katharina Schmitt; Zweitbetreuerin: PD Dr. Annett Kuschel

Titel:

Wie sollten Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren auf eine Kinderherz-Operation am DHZC vorbereitet werden?

Abstract:

Kinder und Jugendliche mit einem angeborenen Herzfehler stehen vor großen Herausforderungen, wenn eine Herzkatheteruntersuchung oder eine Herzoperation erforderlich werden. Eine angemessene Aufklärung kann helfen das Verständnis für den Eingriff zu verbessern, Ängste zu reduzieren und eine aktive Mitwirkung der jungen Patient*innen zu ermöglichen. Ziel der Studie ist es, den Aufklärungsbedarf von Kindern und Jugendlichen vor solchen Eingriffen zu erfassen und gemeinsam mit den Kindern zu überlegen, wie sie zukünftig gerne aufgeklärt werden möchten. 

Im Rahmen der Studie befragen wir Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren mit einem Fragebogen und ggf. einem Interview:

-    welche Informationen sie gerne vor dem Eingriff erhalten möchten,
-    welche Ängste und Sorgen sie zum Eingriff am Herzen haben, 
-    wann sie gerne aufgeklärt werden möchten,
-    welche Person(en) sie aufklären soll(en),
-    welche Informationsmaterialien sie sich wünschen (z.B. Gespräch, Video, Buch, Comic, Virtual Reality Rundgang, App, etc.)

Durch die Studie finden wir heraus, welche Bedürfnisse an Aufklärung Kinder und Jugendliche vor Eingriffen am Herzen haben, wie die Aufklärung erfolgen soll und ob sich die Bedürfnisse nach Alter, Vorwissen zum Herzfehler oder Schwere der Herzerkrankung unterscheiden. Hierdurch können unterschiedliche Informationsmaterialien angepasst an die unterschiedlichen Bedürfnisse erstellt werden. Zukünftige Patient*innen sollen entsprechend ihrer Bedürfnisse aufgeklärt werden, wodurch Ängste und Sorgen vor Eingriffen am Herzen reduziert werden sollen.

 


Promotionsvorhaben von Frau Vanessa Tietz
Erstbetreuerin: PD Dr. Annett Kuschel

Titel: 

„Ich sehe was, was du (noch) nicht siehst!“ – Die Bedeutung von Komorbiditäten bei der Diagnostik von Lese-Rechtschreib-Störungen

Abstract:

Die Lese-Rechtschreibstörung (LRS) zählt mit Prävalenzraten von etwa 2 % bis 11 % zu den häufigsten spezifischen Lernstörungen im schulischen Kontext. Wird sie nicht frühzeitig erkannt und gefördert, kann sie langfristige Auswirkungen auf schulische Leistungen, das Selbstkonzept sowie die psychosoziale Entwicklung betroffener Kinder haben. Diagnostische Abklärungen erfolgen jedoch häufig erst zu einem Zeitpunkt, an dem bereits schulische Misserfolge oder begleitende psychische Auffälligkeiten sichtbar geworden sind. 
Das Promotionsprojekt untersucht vor diesem Hintergrund, inwiefern komorbide Auffälligkeiten und deren externalisierende Verhaltenskomponenten als beobachtbare Indikatoren einer LRS genutzt werden können. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich bestimmte Verhaltensmerkmale, die im Zusammenhang mit LRS-assoziierten Komorbiditäten stehen, in schulischen Testsituationen systematisch beobachten und operationalisieren lassen. Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Screeningverfahrens zur Identifikation von LRS-Indikatoren auf Grundlage strukturierter Verhaltensbeobachtung. 
Die Dissertation ist als publikationsbasiertes Projekt angelegt. Zunächst werden im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit LRS-spezifische Komorbiditäten sowie deren symptomatische Ausprägungen erfasst und für schulische Beobachtungssituationen operationalisiert. Darauf aufbauend erfolgt eine empirische Untersuchung mit Schülerinnen und Schülern der dritten bis sechsten Klassenstufe, bei der klassische LRS-Diagnostik (Lese- und Rechtschreibleistung sowie Intelligenz) mit strukturierter Verhaltensbeobachtung in einer schulischen Testsituation kombiniert wird. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Scoring-Systems und eines darauf basierenden Screeningverfahrens.