8. Veranstaltung im Rahmen der HU_Körperdiskurse
am 20.5.2026 18-20 Uhr
Online-Vortragsabend mit Diskussion zu
Körper im Kontext von Virtualität und digitalen Lebenswelten
Referent*innen:
Prof. Dr. Stefan Rieger: Professor für Mediengeschichte und Kommunikationstheorie an der Ruhr-Universität Bochum
Kommentiert von Rouven Seebo, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck
Onlinezugang zum Zoom-Meeting: https://hu.berlin/48158
Körper im Virtuellen. Welche Bedeutung erhält der Körper im Kontext von Virtualität und digitalen Lebenswelten? (Stefan Rieger)
Der Beitrag fragt nach der besonderen Weise des Körper-Seins in virtuellen Lebenswelten. Entgegen einer oftmals mit einem kulturkritischen Tenor versehenen Körperferne gerade des Digitalen ist die Rolle des Körpers im Virtuellen konstitutiv und unhintergehbar. Im Zuge dessen ist eine regelrechte Renaissance des realen Körpers zu verzeichnen. Diese Einschätzung hat eine Reihe von Gründen und Konsequenzen. Die vermeintlich Körperferne des Digitalen hat etwas mit einer grundlegenden Verdächtigung zu tun – dieser Einschätzung zufolge handelt es um uneigentliche, abstrakte und lebensweltlich nur wenig belangbare Aspekte des Körperlichen. Die Renaissance des Körpers führt zu einer Reihe von Fragen, denen der Beitrag nachspüren möchte. Das betrifft Aspekte von Normativität und Normalität, einer zunehmend auf Multisensorik ausgerichteten Adressierung des Körpers und das damit verbunden Fragen nach den Affordanzen, mit denen dieser Körper adressiert und in bestimmte Praktiken verspannt wird. Das transformative Potential des Virtuellen verdichtet sich in der Frage, welche Körper im Virtuellen möglich sind und möglich sein sollen.
Körper, Ableismus und virtuelle Sichtbarkeit. Ein Kommentar (Rouven Seebo)
Wie lassen sich Fragen von Ableismus bezogen auf den Körper verstehen? In dem Kommentar wird eine doppelte Perspektive eingenommen. Einerseits geht es darum zu fragen, wie Körper zu 'behinderten Körpern' werden. Andererseits wird es darum gehen zu betrachten, welche Erfahrungen sich aufgrund von Körpern ergeben und wie sich durch Ableismus Behinderungen ergeben können. Dies wird exemplarisch betrachtet am Beispiel von Selbstdarstellungen von Menschen mit Behinderungen in sozialen Medien. In sozialen Medien zeigen Menschen sich mit ihren Erfahrungen von Behinderungen. Sie thematisieren ihre Erfahrungen von Körperlichkeit als Erfahrungen von Ableismus. Daran anschließend wird diskutiert, wie ein Zusammenwirken der leiblich-materiellen Gegebenheit von Körpern mit bestimmten Zuschreibungen dazu führen kann, dass Menschen ihren eigenen Körper als behindert wahrnehmen und erfahren.
